Nach
dem Tod seiner Frau 1915 verwaiste der Heylshof für die folgenden
Jahre, da C. W. von Heyl nicht mehr darin leben wollte. Zwischen 1915 und
1918 mußten die an den Heylshof anschließenden Treibhäuser
abgerissen werden, weil ihre Beheizung im Krieg unmöglich wurde. Nur
das direkt an den Heylshof angebaute große Palmenhaus blieb erhalten.
Wann die Idee, den Heylshof mit seinen Kunstschätzen in eine Stiftung
umzuwandeln, entstanden ist, kann nicht mehr genau gesagt werden, jedoch
erscheint sie als konsequente Weiterführung des Heylschen Engagements
für Worms. Indem er sein Wohn- und Repräsentationshaus der Bürgerschaft
in Worms zugänglich machte, setzte er sich selbst, seiner Familie
und einer vergangenen Epoche ein Denkmal, das Veränderungen nicht
mehr ausgesetzt werden sollte. Die entsprechende Satzung wurde am 14. Mai
1920 aufgesetzt. In ihr sind auch die Stücke aufgeführt, die
aus dem Herrnsheimer Schloß der Stiftung Heylshof zugeleitet werden
sollten: die Glasmalereien, die Photographie eines Bismarckbildes von Lenbach
mit eigenhändiger Widmung Lenbachs an von Heyl, alle Gobelins und
sämtliche "antike" Holzfiguren. Georg Swarzenski, der 1925 den Kurzführer
für die Sammlung erstellte, wurde neben dem Vorstand der Stiftung
die Aufgabe zuteil, aus dem Privathaus ein öffentlich zugängliches
Museum zu machen, mit dem Ziel, den privaten Charakter des Hauses zu bewahren.
Deshalb wurde u.a. die Einrichtung der Repräsentationsräume im
Erdgeschoß zum Teil belassen. Am Mittwoch, dem 23. Juni 1926, wurde
das "Kunsthaus Heylshof" feierlich eröffnet.
Große
Veränderungen brachte der Zweite Weltkrieg mit sich. Die Gemäldesammlung
wurde bis auf die wertvollsten Stücke, die man auslagerte, im Keller
des Heylshofes untergebracht. Bei Freunden der Familie wurden die kunstgewerblichen
Gegenstände deponiert, die später in die Festung in Germersheim
und in die Salzbergwerke in Thüringen wanderten. Kurz vor Kriegsende,
am 21. Februar und am 18. März 1945, wurde der Heylshof bei Bombenangriffen
fast vollständig zerstört. Die Inneneinrichtung und die mit dem
Bau verbundenen Ausstattungsstücke gingen verloren. Die französische
Militärregierung gab im Herbst 1946 das Schloß in Herrnsheim
frei, damit hier die rückgeführten Kunstgegenstände gesammelt
und ein Teil der Gemälde des Heylshofes und Ausstellungsstücke
des Museums der Stadt Worms gezeigt werden konnten. Von 1955-1959 wurde
die Sammlung in einem geräumten Fabrikationssaal in den Lederwerken
Liebenau in Worms-Neuhausen aufbewahrt. Um den Wiederaufbau der beiden
unteren Geschosse des Heylshofes zu finanzieren, entschloß sich das
Kuratorium, die beiden Gemälde von Frans Hals an die Staatsgalerie
Stuttgart zu verkaufen. So konnte die Sammlung in den Heylshof zurückkehren,
wo sie seit dem 19. Mai 1961 in einem musealen Ambiente wieder zu besichtigen
ist.
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