Nach
A. L. Mayer wurden Doris und Maximilian von Heyl von Franz von Lenbach,
dem Kunsthistoriker Henry Thode, Lorenz Gedon und dem die Berliner Museen
beherrschenden Wilhelm von Bode beraten. Wenn C. W. von Heyl Bode nicht
schon über seinen Bruder kennengelernt hatte, so mußte er unweigerlich
über ansässige Privatsammler in Berlin auf ihn treffen, wo er
sich durch seine parlamentarische Tätigkeit jährlich über
Wochen aufhielt.
"Die häufigen Reisen in diesen Jahren boten mir Gelegenheit, auch Privatsammlern in reicherem Maße als bisher durch Erwerbungen behilflich zu sein. Die Zahl der Sammler in Berlin wuchs allmählich an, je mehr die Erwerbungen unserer Museen bei wirklichen Kunstfreunden Anerkennung fanden, und je mehr durch unsere Ausstellungen alter Kunstwerke aus Privatbesitz bekannt wurde, wie günstig und vorteilhaft unter meiner Beihilfe einzelne Kunstfreunde bereits gesammelt hatten. Oskar Hainauer, Wilhelm Gumprecht und Adolf Thiem in Berlin wie H. Vieweg in Braunschweig und Baron Heyl von Herrnsheim in Worms war ich nach wie vor beim Sammeln behilflich."
Diese
Aussage von Bode bestätigt die Vermutung, daß auch C. W. von
Heyl von ihm beraten wurde, obwohl dies weder in von Heyls Lebenserinnerungen
noch in Swarzenskis Vorwort zum Sammlungskatalog erwähnt wird. Die
Gründe dafür sind nicht bekannt. Jedoch scheint seine Aussage
glaubhaft, da gerade die niederländischen und flämischen Gemälde
in der Heylschen Sammlung den geschlossensten Eindruck vermitteln. Außerdem
gibt es, was ihre Auswahl, ihre Herkunft und ihren Erwerbungszeitraum betrifft,
viele Parallelen zu zeitgleichen von Bode betreuten Sammlungen wie die
von M. Kappel, O. Huldschinsky oder C. von Hollitscher. Sogar den Vergleich
mit der von Bode stark beeinflußten Sammlung Thieme in Leipzig muß
die Heylsche Auswahl nicht scheuen. Für den Kontakt spricht auch,
daß von Heyl Mitglied in dem von Bode ins Leben gerufenen Kaiser-Friedrich-Museums-
Verein war, der im April 1896 gegründet worden ist. An den Ausstellungen
des Vereins war von Heyl als Leihgeber beteiligt. So mit vier Gemälden
auf der Berliner "Ausstellung von Werken Alter Kunst" 1906, die anläßlich
der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares aus dem Besitz der Mitglieder des
Kaiser-Friedrich-Museums-Vereins veranstaltet und von Bode zusammengestellt
wurde, und auf der "Ausstellung von Bildnissen des 15.-18. Jahrhunderts
aus dem Privatbesitz der Mitglieder des Vereins" in der königlichen
Kunstakademie in Berlin 1909.
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