Carl
Martin Stein (1806-1868), der Vater von Sophie von Heyl, war in Köln
Bankier und ein anerkannter Kunstsammler. Als Ausschußmitglied des
Kölner Kunstvereins seit dessen Gründung 1839 und Förderer
verschiedener Kunstbestrebungen der Stadt sowie als Stifter des Thomas-Altars
für das Wallraf-Richartz-Museum spielte er im Kölner Kunstleben
stets eine wichtige Rolle. Von Heyl beschreibt ihn noch im hohen Alter
voller Bewunderung als "edlen, geistvollen Mann und grossen Kunstfreund
und Kunstkenner", als "Autorität auf dem Gebiet der Kunst in der Stadt".
Von seiner Sammlung weiß Adrienne von Deichmann zu berichten: "Sie
bestand aus prachtvollen Krügen vom zehnten Jahrhundert an, meist
Kölner Schule oder Augsburg, prachtvollen Gläsern, deutsche und
florentiner, Bilder aus der frühen Kölner Schule, alte Italiener,
und Elfenbein- und Handschnitzereien wertvollster Art. Diese Sachen waren
verteilt in den Salons, und besonders schön und reizvoll eingerichtet
war das Billardzimmer, da die feinen seltenen Gläser und Porzellane
in eingebauten Glasvitrinen ringsum an den Wänden aufgestellt waren."
Hier wurde das Kunstinteresse der Töchter geweckt und wohl ebenso
der Gedanke des Ehepaars von Heyl, eine umfassende Kunstsammlung aufzubauen,
die nicht nur Gemälde, sondern auch Skulpturen, Porzellan, Gläser,
Krüge bis hin zu kunstgewerblichen Gegenständen der Region beinhaltet.
Wurde
in Köln das rheinische Kunstgewerbe, so in Worms das Frankenthaler
Porzellan schwerpunktmäßig gesammelt. Ein Gesamtbild der Sammlung
Stein, die nach dem Tod der Witwe Stein im Jahre 1890 unter den vier Töchtern
aufgeteilt wurde, kann man sich aber heute nicht mehr machen, da kein Nachlaßverzeichnis
existiert. Nach Swarzenski stammen elf Gemälde der Heylschen Sammlung
aus Steinschem Besitz, einige Holzskulpturen, Elfenbeinarbeiten, Miniaturen,
Porzellan und Gläser. Bei den Gemälden handelt es sich um die
beiden Bilder Alt-Kölner Meister (Kat. Nr. 1, 2), die drei französischen
Gemälde von van Loo, Natoire und Diaz de la Pena (Kat. Nr. 69, 70,
75) sowie um deutsche Gemälde des 19. Jahrhunderts, neben Eduard Hildebrandt
(Kat. Nr. 81) ausschließlich Maler aus dem Düsseldorfer Umfeld
wie Jakob F. Dielmann (Kat. Nr. 83, 84), Jakob Eduard von Steinle (Kat.
Nr. 89), Carl Ferdinand Sohn (Kat. Nr. 96), Erich Correns (Kat. Nr. 92),
der auch ein Portrait des Sammlers Stein gemalt hat, und Benjamin Vautier
(Kat. Nr. 85, 86). Da nach Swarzenski Knaus, Vautier und die beiden Achenbachs
im Steinschen Haus in Köln verkehrten, ist anzunehmen, daß diese
Künstler der Heylschen Familie persönlich bekannt waren. Von
jedem dieser Maler besaßen sie Gemälde.
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